Nicht genügend Pflegepersonal im Krankenhaus – (Position DPR)

In regelmäßigen Abständen stellen wir Euch Stellungnahmen oder Positionspapiere verschiedener Gruppierungen vor. Was das genau ist und warum wir das machen könnt ihr in einem anderen Blog nachlesen.

Bereits im Dezember 2014 hat der Deutsche Pflegerat (DPR) in einer Stellungnahme auf die erschreckende Entwicklung bezüglich des Pflegepersonals hingewiesen. Zu Beginn der Stellungnahme zeigt der DPR zum Beispiel auf, dass zwischen 1995 und 2005 im Krankenhaus ca. 44.000 Vollzeitstellen abgebaut wurden. Damit lag die Zahl der Stellen im Jahr 2005 sogar unter dem Wert von 1995! Eine denkbar erschreckende Entwicklung, insbesondere, wenn man die steigenden Fallzahlen, die sinkenden Verweildauern und die Steigerung der Komplexität in der Versorgung bedenkt! Innerhalb der Stellungnahme bezieht sich der DPR auch auf das Pflege-Thermometer 2014 und zeigt in einer Grafik die Entwicklung ebendieser Faktoren auf. Interessant ist hier auch die Entwicklung des ärztlichen Personals: Dies steigt seit 1995 kontinuierlich an.

 

Lösungsvorschläge: Nachhaltige Finanzierung

Im Fazit zeigt der DPR ganz klare Forderungen auf. Folgend sind ein paar Beispiele:

  • Eine angemessene Personalausstattung
  • Nachhaltige Finanzierung mit transparenten Nachweis, dass Geldmittel zweckgebunden für Personal eingesetzt werden
  • Entwicklung eines Instruments zur Personalbemessung mit Ausrichtung an Versorgungsbedarfen der Patienten

 

Die vollstände Stellungnahme findet Ihr hier.

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Ein Gedanke zu “Nicht genügend Pflegepersonal im Krankenhaus – (Position DPR)

  1. Im Gesundheitswesen ist ein nachhaltiges Umdenken notwendig. Die Forderung nach mehr Pflegepersonal ist einerseits nachvollziehbar und empirisch begründbar, bildet aber das Kernproblem im deutschen Gesundheitswesen nicht ab. So lange das Gesundheitswesen als dienstleistungsfähiges Marktsegment in den Händen privater Träger in einer fiktiven Wertschöpfungskette realisiert wird, ist nicht mit einer Verbesserung menschenwürdiger Pflege zu rechnen. Daran ändert auch die „Qualitätssicherung“ als omnipräsentes Rechtfertigungsinstrument der tayloristischen Massenabfertigung nichts. Die Versorgung, Unterstützung und Förderung des kranken, behinderten oder psychisch beeinträchtigten Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht ausschließlich mit finanziellen Mitteln bewerkstelligt werden kann. Die Pflegeversicherung ist ein Schritt in die falsche Richtung, die lediglich die Verantwortung auf die im Gesundheitswesn Tätigen delegiert, die nunmehr überbeansprucht sind. Die Zustände im Gesundheitswesen sind mainstream-desastriert. Es liegt an uns, zurück zu finden in aufrichtige Fürsorge.

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